Im folgenden Bericht werden die Ergebnisse eine privat durchgeführten Versuchs an Onsite weitergegeben.
Problem: Gemäss Projektbeschrieb Standleitung A. Meile bietet die Swisscom keine Kupferzweidrahtleitung zwischen Zoll (=Wohnort A. Meile) und Dorfkern an. Problem ist die Überwindung der 350 m grossen Distanz zwischen A. Meile und H.J. Maag. Zwischen PCDS AG und H.J. Maag sollten keine Probleme entstehen, da hier gemäss Linienkarteiauskunft von Swisscom genügend Reserven-Kupferleitungen existieren.
Da Onsite über eine Funk-LAN-Ausrüstung verfügt, wurde am Wochenende vom 16./17. Juni 2001 ein Feldversuch durchgeführt.
An A. Meile's privates LAN wurde der Access Point mit IP-Adresse 192.168.0.14, Subnetzmaske 255.255.255.240 und Default Gateway 192.168.0.2 (=A. Meile's privates IP-Konzept) über BNC angeschlossen, dabei wurde die Antenne auf ein provisorisches Podest (Holzbrett mit Schraubzwinge an Fensterrahmen montiert) herausgestellt.
Als Client wurde A. Meile's Apple Macintosh-Notebook (Powerbook 5300CS) eingesetzt und dieses mit dem entsprechenden Treiber von Orinoco konfiguriert.
Die aktuelle Treibersoftware arbeitet nur mit der aktuellsten Firmware für die Netzwerkkarten zusammen. daher musste sowohl der Access Point als auch die beiden PCMCIA-Karten aktualisiert werden, wofür diese solange in einen i386-PC mit Hilfe der ISA-Adapterkarte eingebaut werden mussten, da Orinoco die Flash-Updatesoftware nur für Windows anbietet.
Mit dem Notebook wurde eine kleine Dorf-"Velotour" unternommen und an verschiedenen Plätzen im freien Feld sowie innerhalb des Dorfs mit dem Notebook einen Netzwerkzugriff versucht:

Laut Handbuch sei eine maximale Distanz von 400 m möglich. In der Praxis konnte sogar eine Verbindung bei 550 m Distanz erfolgreich aufgebaut werden, sogar mit einem Apfelbaum und einigen Birnbaumästen in der Hausnähe als Hindernis dazwischen! Dagegen funktionierte der Test mit der vorhandenen Ausrüstung vor H.J. Maags Haus bereits nicht mehr (keine 100% einwandfreie Sichtverbindung!). Ausserdem sendet die Antenne ziemlich ebenerdig, so dass auf dem Chleebuck/Schnäggenbuck trotz einwandfreier Sicht keine Verbindung zustandekam. Bemerkenswert ist ausserdem noch die FTP-Download- und Up-Loadleistung: Der Upload (Daten vom Server zum Notebook) ist immer ca. 4× schneller als der Download.
Dieser Versuch lässt darauf schliessen, dass sich IEEE 802.11 durchaus auch für die Überbrückung von Distanzen zwischen auseinandergelegenen Firmenstandorten einsetzen lässt, allerdings sollte die Empfangsqualität jeweils vorher individuell überprüft werden, bevor man den grossen IEEE 802.11-Hardware-Einkauf tätigt!
Auf Sicherheitsaspekte wurde nicht näher eingegangen, da dies eigentlich nur ein reines Konfigurationsproblem darstellt und ausserdem bei diesem Versuch nur die reine Physik (Empfangsqualität) im Vordergrund stand.