Projekt Standleitung von PCDS AG, Neuhausen zu A. Meile, 8242 Hofen SH, Stand April 2000

Einleitung

Zwecks permanentem Zugang von aussen soll die bestehende Wählverbindung durch eine Standleitung ersetzt werden. Die bisherige Variante über eine direkte, digitale Swisscom-Mietleitung schied aufgrund hoher Betriebskosten aus. Wegen der grossen Distanz von über 15 km schied die xDSL-Direktvariante ebenfalls aus, da die xDSL-Technologie nur Distanzen bis max. 4 km zulässt.

Als Alternative bietet mittlerweile die Stadtantennen AG eine kostengünstige Alternative an, bei welcher die Umstellarbeiten für bidirektionale Kommunikation mittlerweile bis 8242 Bibern SH abgeschlossen sind.

Projektübersicht

Ziel ist eine Standleitungsverbindung zwischen PCDS AG, Neuhausen zu A. Meile, 8242 Hofen SH.

Übersichtsplan Standleitung

Grundidee: Der Abschnitt 8212 Neuhausen - 8242 Bibern SH soll durch eine Sasag-Leitung realisiert werden. Da das Reststück ab Bibern bis nach Hofen nur noch ca. 2,3 km entlang der bestehenden Telefon-Freileitungsmasten beträgt (Kriterium < 4 km erfüllt), soll das Reststück durch eine Kupfer-2-Drahtleitung mittels xDSL-Übertragungstechnik realisiert werden.

Geschätzte monatliche Kosten

Die folgende Rechnung umfasst nur die reine Leitung

PositionPreis
Abschnitt Sasag gemäss http://www.sasag.ch/diverses/nets.htm, 256 KB-VarianteFr. 160.-
Abschnitt Swisscom: Formel gemäss Auskunft eines Bekannten: Preis=Fr. 15.- + Fr. 30.-/km * Luftliniendistanz. Luftlinie Hauptstrasse 39, Hofen bis Sasag-Glasausstieg Bibern beträgt ca. 1,4 kmFr. 57.-
TotalFr. 217.-
Vergleich Digital-Mietleitung 64 kbps gemäss Offerte vom 19. Juni 1998Fr. 498.-
Einsparung45,3%

Gewünschte Kapazität

Die eingesetzten Leitungstechnologien (Glasfaser bei Sasag, xDSL bei Swisscom) erlauben so gesehen ohne weiteres Kapazitäten im MBit-Bereich, was künftig eine gute Skalierung ohne grösseren Aufwand ermöglicht. Da es sich um einen nichtkommerziell genutzten Zugang geht, reichen für den Anfang prinzipiell 64 kbps aus, ebenso die Kapazitätsverfügbarkeitsstufe 70%, d.h. niedrigere Priorität gegenüber Geschäftskunden. Jedoch sollte bei Bedarf eine jederzeitige Anpassung der Kapazität gegen entsprechendem Aufpreis möglich sein.

Medium-Übergang beim Glasausstieg Bibern

In Bibern müssten je ein Kabelmodem mit xDSL-Modem auf geeignete Weise verbunden werden. Offen bleibt dabei der Punkt, ob sich dieser Übergang im ISO-OSI-7-Schichtenmodell komplett auf Layer 1 (Physical) und 2 (Data Link) lösen lässt oder ob den Geräten eigene IP-Adressen zugewiesen werden müssten, so dass bei traceroute noch einen zusätzlichen Hop entsteht. Ausserdem steht gemäss Auskunft von Sasag nur beschränkt Platz zur Verfügung, so dass man schauen müsste, ob evtl. auch kombinierte Glasfaser/xDSL-Kombimodems erhältlich sind. Im Falle separater Geräte müsste man noch schauen, ob diese direkt miteinander verbunden werden könnten oder ob es noch einen Router/Switch/Hub dazwischen braucht:

Übergangsvarianten

Ein wichtiger Punkt stellt noch die Frage, ob die beim Glasausstieg Bibern deponierte Hardware durch PCDS oder A. Meile gekauft und betreut werden soll. Im Falle von PCDS hätte PCDS die Möglichkeit, auch anderen Reiatemer Kunden einen geeigneten Standleitungs-Anschlusspunkt anbieten zu können.

Standort Hofen

Sämtliche Geräte sind über 10 MBit/s-Ethernet verbunden, Medium=Thin Ethernet (T-Base 2). Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, das xDSL-Modem direkt an einem Linux-Rechner anzuschliessen (in der bisherigen Analogmodem- und jetzigen ISDN-Internetlösung übernimmt Linux schon seit längerem die Rolle des Router-Gateways) oder einen geeignete Router einzusetzen. Da im Netzwerk Hofen auch interne PPP-Verbindungen existieren, ist bei einem Router eine genügend flexible Programmiermöglichkeit statischer Routen erwünscht.

Grösse des IP-Subnetz

Offiziell registrierte IP-Adressen sind heutzutage bekanntlich ein knappes Gut, weshalb auch die momentane Internetlösung den 192.168.*.*-Block gemäss RFC 1597/1918 zusammen mit Numeric Address Translation (NAT) benützt. Da aber das Ziel das Anbieten von Diensten nach aussen ist, ist ein zusammenhängendes Subnetz wünschenswert, alle Adressen dabei fest, d.h. keinerlei dynamische Zuordnung über DHCP o.ä. Ideal wäre eine Grösse von 32 IP-Adressen, um die bisherige Topologie beibehalten zu können => jedem Gerät könnte dann eine offizielle Adresse zugewiesen werden. Nötigenfalls wäre auch ein 16er-Block möglich, dies würde jedoch bei den PPP-Anschlüssen Brigde-Routing (Machbarkeit unter Linux wird derzeit abgeklärt) oder NAT verlangen.

Domain Name Server

Die Vorwärtsrichtung der Namensauflössung in IP-Adressen stellt soweit kein Problem dar, da bei switch.ch direkt die beiden UNIX/Linux-Systeme mit aufgesetztem named-Daemon bei der Domain-Registrierung angegeben werden können => völlige Unabhängigkeit zu 195.141.250.2 und 195.141.250.3. Bei der Rückwärts-Namensauflösung (bekanntes in-addr.arpa, d.h. Hostname anhand der IP-Adresse bestimmen) kommt eine kleine Hürde dazwischen: ein 32er- und 16er-IP-Adressblock stellen sog. classless subnets (die klassischen A-, B- und C-Klassnetze sind classful subnets) dar, wofür das IETF als Lösung RFC 2317 herausgegeben hat. Microsoft hat dazu einen speziellen Knowledge Base-Artikel für Windows NT-Systemadministratoren veröffentlicht, um dort die DNS-Server gemäss RFC 2317 konfigurieren zu können. Auf PCDS- und Sunrise-Seite müssten die entsprechenden Einträge noch gemacht werden, damit in-addr.arpa-Namensauflösungen die in Hofen laufenden DNS erreichen.